Sportliche Erfolge

1950

Hessenmeister, Aufstieg in die Süddeutsche Oberliga

1962

Hessenmeister

1964

Hessenmeister

1971

Hessenmeister

1973

Süddeutscher Meister

1978

Meister der 2. Bundesliga-Süd, Aufstieg in die 1. Bundesliga

1981

Meister der 2. Bundesliga-Süd, Aufstieg in die 1. Bundesliga

1994

Aufstieg in die Regionalliga-Süd

1998

Possmann-Hessen-Cup-Sieger

1999

Hessenmeister


Hessenpokal-Sieger


Possmann-Hessen-Cup-Sieger

2000

Qualifikation für die Regionalliga-Süd


Possmann-Hessen-Cup-Sieger

2001

Hessenpokal-Sieger


Possmann-Hessen-Cup-Sieger


DFB-Pokal 3. Runde

2002

Possmann-Hessen-Cup-Sieger

2004

Meister der Oberliga Hessen, Aufstieg in die Regionalliga-Süd

2006

Hessenpokal-Sieger

2007

Hessenpokal-Sieger

2008

Hessenpokal-Sieger


Meister der Oberliga Hessen, Qualifikation für die Regionalliga

2011

Meister der Regionalliga Süd, Aufstieg in die 3. Liga

Historie der Lilien

Historie der Lilien:

1898-1921: Entstehung eines Darmstädter Sportvereins

Die EnsgrabersDas mit dem 22. Mai 1898 notierte Gründungsdatum entspricht dem des FK Olympia 1898 Darmstadt, welcher von Professor Ensgraber, seinen fünf Söhnen Fritz, Bernhard, Karl, Wilhelm und Ernst sowie anderen Schülern, hauptsächlich Gymnasiasten, die sich mit den Ensgrabern gelegentlich zum Fußballspielen auf dem Schlossgartenplatz trafen, gegründet wurde. Somit zählt der SV 98 zu den ältesten Vereinen in der deutschen Fußball-Landschaft und ist außerdem einer der ältesten großen Traditionsvereine im Rhein-Main-Gebiet. 1901 untersagten die höheren Darmstädter Schulen ihren Schülern das als englisch angesehene Fußballspielen. Doch die Verbreitung dieses Sports war auch in Darmstadt nicht mehr aufzuhalten, sodass das Verbot bereits 1903 wieder fallen gelassen wurde. Lokal verdrängte der FK Olympia bald den Pionierverein Darmstädter FC als führende Kraft im Fußball, überregional feierte man 1908 mit der Westkreismeisterschaft der B-Klasse den ersten Erfolg, unter anderem nach einem 14:1-Sieg gegen den amtierenden Saarmeister Völklingen 03. In der Folge spielten die „Olympier“ zwar bis 1913 in der obersten Spielklasse, konnten sich hier aber gegen die ambitionierteren Vereine aus Mannheim, Ludwigshafen und Kaiserslautern nicht durchsetzen und erreichten in der Spielzeit 1909/10 mit dem fünften Rang ihre beste Platzierung.

Das erste Match gegen einen internationalen Gegner fand im Jahr 1910 statt. Zu Gast in Darmstadt war der Pariser Meister Club Athlétique de Vitry. Das Spiel endete 5:0 für die Darmstädter Mannschaft. Durch die Einberufung zahlreicher Spieler in die Armee während des Ersten Weltkriegs entstanden auch in Darmstadt Spielgemeinschaften, sogenannte Kriegsmannschaften. Als Folge der positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit der Darmstädter Vereine während des Krieges fusionierte der FK Olympia mit dem Stadtkonkurrenten SC Darmstadt 1905 am 11. November 1919 letztendlich auch offiziell. Mit jetzt 1.000 Mitgliedern größter Sportverein Darmstadts war der SV Darmstadt 1898 entstanden. Bereits das erste Spiel nach dem Zusammenschluss wurde gewonnen. Der sportlichen Entwicklung Rechnung tragend, entstand 1921 das Stadion am Böllenfalltor als neue Heimstatt des SV 98.

1921-1933: Zwischen den Weltkriegen

Die Hoffnungen, sich durch den Zusammenschluss zu einer regionalen Spitzenkraft zu entwickeln, erfüllten sich allerdings zunächst nicht. Zwar konnte man sich zeitweilig in der obersten Liga etablieren, da die Spielklassen in der Weimarer Republik aber kaum über die regionale Ebene hinausreichten und zudem häufig umstrukturiert wurden, konnte der SV 98 überregional selten auf sich aufmerksam machen. 1923 stiegen die Fußballer in die Zweitklassigkeit ab, während die Handballer und die Leichtathleten durch ihre Leistungen in den Vordergrund rückten. Die Handballabteilung wurde insgesamt sechsmal Süddeutscher Meister und stand 1931 im Endspiel um die deutsche Handballmeisterschaft (4:7 gegen Polizei SV Berlin). In der Leichtathletik dominierte der spätere Olympia-Medaillen Gewinner Hermann Engelhard, der über die 800 Meter Süddeutscher Meister und Zweiter bei den Deutschen Meisterschaften 1927 in Berlin wurde. Die Fußballer des SV 98 wirkten ab Ende der 1920er Jahre zwar vorübergehend wieder in der obersten Spielklasse, der Bezirksliga Main/Hessen, mit, kamen aber nie über das Mittelmaß hinaus und stiegen in der Saison 1932 wieder in die Zweitklassigkeit ab.

1933-1945: Die Zeit des Nationalsozialismus

Von den Folgen der Machtergreifung der NSDAP im Jahr 1933 blieb auch der Sport nicht verschont. Wie in der Politik wurden auch in den Vereinen demokratische Strukturen abgeschafft. An dessen Stelle trat das sogenannte Führerprinzip. Bereits 1933 traten daraufhin die meisten sportlichen Funktionäre, beim SV 98 von ihren Posten zurück. Der Verein ging auf kritische Distanz zu den neuen Machthabern. Um die Gleichschaltung der Vereine voranzutreiben, wurde 1938 auch in Darmstadt auf Betreiben der örtlichen Nationalsozialisten der Großverein GfL Darmstadt gebildet, dem auch die Lilien beitreten sollten. Die Verantwortlichen des SV 98 leisteten jedoch erfolgreich Widerstand und so konnte der SV Darmstadt 98 als einziger Darmstädter Sportverein seine Eigenständigkeit bewahren. Allerdings mussten die Lilien als Folge dessen auf jegliche staatliche Förderung verzichten, was u.a. eine sportliche Stagnation dieser Zeit nach sich zog. In den Kriegsjahren gelang immerhin zur Saison 1941/42 kurzzeitig der Sprung in die Gauliga Hessen-Nassau, aus der der Verein bereits 1943 wieder abstieg. Durch die zahlreichen Einberufungen der Spieler zur Wehrmacht änderte sich das Gesicht der Mannschaft oft von Spiel zu Spiel. Spätestens nach dem britischen Luftangriff auf Darmstadt im September 1944, bei dem fast 80 % der Stadt zerstört wurde, war an einen geregelten Sportbetrieb auch bei den Lilien nicht mehr zu denken.

1945-1978: Die ersten Erfolge

Bereits ein halbes Jahr nach Kriegsende konnte der SV 98 neugegründet werden. In den nächsten Jahren kehrten immer mehr ehemalige Spieler aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Nach und nach stiegen damit auch die sportlichen Leistungen des Vereins wieder an. Allerdings beschlagnahmten die amerikanischen Besatzungstruppen das Böllenfalltorstadion für eigene Zwecke. Die ersten Jahre nach dem Ende des Krieges waren vor allem von Lokalderbys gegen SG Arheilgen, VfR Bürstadt und SKV Mörfelden geprägt, die zahlreiche Zuschauer zu den Spielen anzogen. Unter Spielertrainer Adam Keck steigerten sich die spielerischen Leistungen der Lilien von Jahr zu Jahr. Die Saison 1949/1950 wurde besonders erfolgreich abgeschlossen. Vor 12.000 Zuschauern im Hochschulstadion, welches heute zur Universität Darmstadt gehört, besiegte der SV 98 den größten Verfolger Viktoria Aschaffenburg mit 3:2 und qualifizierte sich damit für die Relegationsrunde um den Aufstieg in die Oberliga Süd, der damals höchsten deutschen Spielklasse. Mit fünf Siegen aus sechs Spielen meisterten, die als Außenseiter gehandelten Lilien ihre Aufgaben gegen den 1. FC Bamberg, Union Böckingen und den 1. FC Pforzheim siegreich und lösten ein in Darmstadt noch nie da gewesenes Fußballfieber aus. Gleich das erste Spiel in der neuen Spielklasse führte den deutschen Meister von 1949, den VfR Mannheim nach Darmstadt, der mit 5:4 geschlagen werden konnte. An diesen Erfolg konnte in der ersten Oberligasaison nicht angeknüpft werden. Am Ende stand, trotz Siegen u.a. gegen 1860 München, Bayern München und zweier Unentschieden gegen den amtierenden deutschen Meister VfB Stuttgart, der unglückliche Abstieg als Viertletzter, da die Oberliga auf 16 Mannschaften reduziert wurde.

Herausragender Spieler der Nachkriegsjahre war Stürmer Werner Böhmann, der bereits mit 17 Jahren Stammspieler der ersten Mannschaft wurde. Böhmann ist bis heute mit 123 Treffern in 261 Pflichtspielen für die Lilien der erfolgreichste Darmstädter Spieler. Im Jahr 1952 konnte das umgebaute Böllenfalltorstadion wieder von den Lilien bezogen werden. Das gestiegene Zuschauerinteresse nach dem Aufstieg hatte einen Ausbau auf 25.000 Zuschauer notwendig gemacht. In den folgenden Jahren etablierte sich der SV 98 schließlich in der 2. Liga Süd und landete am Ende der Spielzeit meist auf einem Mittelfeldplatz. 1961, 1964 und 1970 musste der SV 98 allerdings Abstiege in die Amateurliga Hessen hinnehmen, denen jedoch im Jahr darauf wieder der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse folgte. 1971/1972 übernahm Udo Klug das Traineramt bei den Lilien und baute das Team grundlegend um. Klug setzte auf eine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern aus der Region und propagierte Laufbereitschaft, Kampfgeist und Spielintelligenz. Die überragendsten Spieler dieser neuen Darmstädter Mannschaft waren Walter Bechtold, Herbert Dörenberg und Dieter Ungewitter. Unter Trainer Klug etablierten sich die Lilien im Spitzenfeld der süddeutschen Mannschaften.

Am 5. Mai 1973 besiegte der SV 98 auswärts den SSV Reutlingen 05 mit 2:4 und konnte daraufhin an der Aufstiegsrunde zur 1. Fußball-Bundesliga teilnehmen. Eine Woche später kam es zum denkwürdigen Spiel gegen den 1. FC Nürnberg, der am heimischen Böllenfalltor vor über 20.000 Zuschauern mit 7:0 geschlagen wurde. Die Lilien waren erstmals süddeutscher Fußballmeister. In den Qualifikationsspielen mussten sich die Mannschaft schließlich in der Finalrunde dem VfL Osnabrück mit 1:2 geschlagen geben. In den kommenden beiden Spielzeiten schaffte der SV 98 die Qualifikation für die neu geschaffene 2. Fußball-Bundesliga. Während der Saison 1976/1977 übernahm Lothar Buchmann das Traineramt. Wirtschaftliche Zwänge ließen keine großen Zukäufe zu. Wieder mussten sich die Lilien nach Spielern aus Südhessen umschauen. In die Saison 1977/1978 starte die Mannschaft holprig. Dafür wendete sich in der zweiten Saisonhälfte das Blatt. Nach 12 Siegen in Folge und einem Unentschieden bei Waldhof Mannheim kam erneut der 1. FC Nürnberg an das ausgebaute Darmstädter Böllenfalltor. Vor 26.000 Zuschauern besiegte der SV 98 die Nürnberger mit 2:0. Mit nur einer Niederlage in der Rückrunde und einem 6:1-Erfolg gegen den FK Pirmasens reichte den Lilien ein 2:2 gegen die Stuttgarter Kickers, um aufzusteigen. Die Meisterschaftsfeier legte die Darmstädter Innenstadt lahm und das Siegerteam wurde am Luisencenter von Oberbürgermeister Heinz Winfried Sabais in Empfang genommen. Der SV Darmstadt 98 war erstklassig.

1978-1982: Die Lilien in der Bundesliga

Nach dem Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga kamen auf den Verein zahlreiche Aufgaben zu. Zunächst musste das Stadion am Böllenfalltor auf 30.000 Plätze erweitert werden. Mithilfe der Stadt Darmstadt wurde die Gegengerade erweitert. Ein weiteres Problem betraf die Mannschaft selbst. Viele sahen dem Abenteuer Erstklassigkeit skeptisch entgegen und waren nicht bereit ihre beruflichen Existenzen aufs Spiel zu setzen. Aus dieser Situation heraus schuf Trainer Buchmann das sogenannte Darmstädter Modell: Die meisten Spieler des SV 98 gingen einer hauptberuflichen Tätigkeit nach und waren keine Vollprofis. Verkürzte Arbeitszeiten wurden vom Verein ausgeglichen und Trainingslager in die Urlaubszeit verlegt. Dadurch konnte lediglich nach Feierabend trainiert werden. In der Presse entstand deshalb der Begriff der Feierabendfußballer vom Böllenfalltor. Der bisherige Kader wurde weitestgehend zusammengehalten. Einzig Jürgen Kalb und Kurt Eigl wurden als namhafte Verstärkungen verpflichtet.

Der Start in der höchsten deutschen Spielklasse gelang. Am 11. November 1978 spielten die Lilien in München bei den Bayern zur Überraschung aller 1:1. Zwei Minuten vor Abpfiff traf Uwe Hahn aus 25 Metern zum Tor des Monats. Danach häuften sich die Niederlagen und der SV 98 fand sich am Ende der Vorrunde auf einem Abstiegsplatz wider. Auch in der Rückrunde konnte trotz guter Spiele das Ruder nicht mehr herumgerissen werden. Nach der 1:3-Niederlage gegen Nürnberg vor heimischer Kulisse wurde Lothar Buchmann entlassen und Co-Trainer Klaus Schlappner übernahm das Amt des Cheftrainers. Unter Schlappner gab es noch Erfolge gegen die Frankfurter Eintracht und Werder Bremen. Trotz allem war der Abstieg nach nur einem Jahr im Oberhaus des deutschen Fußballs nicht mehr zu verhindern und die besten und bekanntesten Spieler, darunter Bum-Kun Cha, verließen den Verein.

Die darauf folgende Zweiliga-Saison schloss der SV 98 mit einer auf vielen Positionen veränderten Mannschaft mit dem vierten Tabellenplatz ab. Die Erkenntnis aus dem Abstieg war, dass auch in Darmstadt kein Weg am Vollprofitum vorbeiführen würde. Unter Trainer Werner Olk wurde die Saison 1980/1981 angegangen. Ziel war es "oben mitzuspielen" und gleichzeitig die Qualifikation für die neue eingleisige 2. Fußball-Bundesliga zu schaffen. Die Mannschaft startete stark in die Saison, wobei vor allem der Sturm den erfolgreichsten Mannschaftsteil stellte. Hohe Siege gegen VfR Bürstadt (5:0), ESV Ingolstadt (9:2), Freiburger FC (6:3), FC Homburg (7:1) und Wormatia Worms (5:0) spiegeln die Spielstärke der Lilien wider. Am Ende war man erneut souverän Süddeutscher Meister und Aufsteiger in die Erste Liga geworden. Wieder folgten Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes, die der SV 98 zu erfüllen hatte. Unter anderem sahen die Auflagen vor, eine Flutlichtanlage errichten zu müssen. Diesmal wurden die Lilien nicht von der Stadt finanziell unterstützt. Um den Weg in die Erstklassigkeit zu gehen, verschuldete sich der Verein auf Jahre hinaus. Dies führt auch dazu, dass die Mannschaft kaum mit neuen Spielern verstärkt werden konnte.

Trotzdem gelang der Start in die zweite Saison im deutschen Fußball-Oberhaus und man hielt sich besser als zwei Jahre zuvor. Highlight der Hinrunde war das 1:1 beim Tabellenführer 1. FC Köln. In der Rückrunde führten Spannungen innerhalb der Mannschaft und im Vorstand des Vereins zu sinkenden Leistungen. Nach der Entlassung Olks übernahm Manfred Krafft die sportliche Leitung. Doch auch diese Veränderung konnte den abermaligen Abstieg in die Zweitklassigkeit als Tabellenvorletzter nicht mehr verhindern.

1982-1993: Hohe Ziele, tiefer Fall

Nach dem letzten Abstieg aus der 1. Fußball-Bundesliga stand der Verein vor einem großen Schuldenberg. Trotzdem versuchte man mit aller Macht den direkten Wiederaufstieg. Von Eintracht Frankfurt wechselte Wolfgang Trapp ans Darmstädter Böllenfalltor. Aus Prag verpflichtete man den tschechoslowakischen Nationalspieler Luděk Macela. Doch wiederum führten Probleme innerhalb der Mannschaft zu ausbleibenden sportlichen Erfolgen. Zur Winterpause wurden weitere bekannte Spieler eingekauft, darunter den Europameister von 1976 Zdeněk Nehoda. Am Ende der Saison hatten sich die Verbindlichkeiten auf über 8 Mio. DM erhöht. Die folgenden Jahre waren von häufigen Wechseln an der Vereinsspitze und im Trainerstab gekennzeichnet.

Ende 1984 kehre Udo Klug nach Darmstadt zurück. Er peilte mittelfristig an, mit einer wesentlich jüngere Mannschaft wieder um den Aufstieg mitzuspielen. Sportlich hielten sich die Lilien gerade so in der zweiten Liga und etablierten sich erst nach und nach im Mittelfeld. Nach dem Ausstieg Klugs als Trainer übernahm Eckhard Krautzun die Mannschaft Anfang der Spielzeit 1986/1987. Er strebte ein laufintensives und offensives Spielsystem an. Krautzun führte die Lilien zwischenzeitlich bis auf den zweiten Rang; landete schließlich als Vierter knapp hinter dem Relegationsplatz, den der FC St. Pauli mit zwei Punkten Vorsprung erreichte. Zu wenig für die Verantwortlichen des Vereins, die mit Klaus Schlappner wiederum ein bekanntes Gesicht als neuen Trainer am Böllenfalltor präsentierten. In der neuen Saison sollte die Mission Wiederaufstieg gelingen. Der SV 98 hielt sich über die gesamte Spielzeit unter den Topteams der Liga und belegte am Ende Platz drei.

Damit kam es am 1. Juni 1988 zum ersten Relegationsspiel gegen den drittletzten der ersten Bundesliga, dem SV Waldhof Mannheim. Das Hinspiel in Darmstadt gewannen die Lilien vor 25.000 Zuschauern knapp mit 3:2 (nach 0:2 Rückstand). Im Rückspiel retteten sich die Darmstädter durch den späten Anschlusstreffer zum 2:1 in das Entscheidungsspiel. Dieses Spiel war an Dramatik kaum zu überbieten. Nach 120 Minuten war kein Tor gefallen - das Elfmeterschießen musste entscheiden. Karl-Heinz Emig verschoss und Waldhof blieb erstklassig. Es folgten zahlreiche erfolglose Zweitligaspielzeiten. 1993 stiegen die Lilien als Letzter in die damals drittklassige Oberliga Hessen ab. Damit war der SV 98 nach 22 Jahren im Profifußball wieder drittklassig.

1993-2007: Vereinskrisen

Nach dem Zweitligaabstieg musste der Verein komplett neu aufgebaut werden, doch die Qualifikation für die neugegründete Regionalliga als neue dritte Spielklasse gelang auf Anhieb. In den Folgejahren hielten sich die Lilien mal mehr, mal weniger knapp drittklassig, 1998 aber stiegen sie nach einer 0:2-Niederlage gegen den direkten Kontrahenten SC Weismain am vorletzten Spieltag ab. Eine Woche später besiegelte der SC Neukirchen durch einen 3:0-Sieg bei den Amateuren des Karlsruher SC den ersten Abstieg der Darmstädter nach dem Zweiten Weltkrieg in die Viertklassigkeit.

Dieser Schock wirkte zunächst heilsam. Nach wesentlichen Änderungen im Vereins- und Vorstandssystem schaffte der SV 98 unter Slavko Petrović den direkten Wiederaufstieg. Durch die Veränderung des drittklassigen Ligasystems von vier in zwei Unterteilungen musste der Aufsteiger gleich unter die elf besten Mannschaften kommen. Nach einem Jahr Abstiegskampf meisterten die Lilien die Qualifikation mit einem neunten Rang. Die Hoffnung für den Sportverein bestätigte sich zunächst und so zählten die Darmstädter ein Jahr später gar zu den Favoriten auf den Zweitligaaufstieg. Dieser Traum wurde ihnen aber vom hochgelobten Trainer Michael Feichtenbeiner nicht erfüllt. Das folgende Jahr 2001/2002 wurde der Ursprung einer weiteren sportlichen Krise. Der Anwärter auf die ersten beiden Plätze belegte nur den 14. Platz. Unter dem neuen Trainer Hans-Werner Moser verschlimmerte sich die Situation weiter und Moser trennte sich einvernehmlich nach dem 28. Spieltag auf einem Nichtabstiegsplatz vom SV98, der am Ende der Saison schließlich doch nach vier Drittliga-Jahren mit Höhen und Tiefen erneut in die Oberliga Hessen absteigen musste, nachdem er bis zum 13. Spieltag noch auf den Aufstieg in die Zweite Liga hoffen durfte.

Mit dem Anspruch des direkten Wiederaufstiegs ging der SV Darmstadt 98 in die Saison 2003/2004, welche eine der eindrucksvollsten der vergangenen Jahre werden sollte. Unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia schafften die Lilien mit 88 von 102 Punkten, der bis heute höchsten Ausbeute in der Ligageschichte, ihr Saisonziel. In einem denkwürdigen Duell gegen den KSV Hessen Kassel setzten sich die Darmstädter mit vier Punkten Vorsprung durch. Das folgende Jahr verlief ähnlich erfolgreich: Mit dem Ziel Klassenerhalt gestartet, erreichten die Lilien sofort Rang fünf und durften sich sogar zwischenzeitig und völlig unerwartet Hoffnungen auf die Zweite Liga machen. In der Saison 2005/2006 schließlich nahm sich der Verein erneut vor, die Rückkehr in den Profifußball zu schaffen. Damit endete aber vorerst der Höhenflug der 98er. Nach einem holprigen Start begann der Vorstand an dem Erreichen des vorgegebenen Saisonziels zu zweifeln, was Trainer Labbadia zum Rücktritt im Jahre 2006 veranlasste. Der Rückzug des Trainers änderte nichts an der Leistung der Mannschaft und so belegten die Lilien auch in dieser Saison einen diesmal für die Fans enttäuschenden 5. Platz.

Danach entschied sich der Vorstand für einen kompletten Neuanfang im sportlichen Bereich. Vom gesamten Kader wurden nur fünf Spieler gehalten. Als Trainer wurde Gino Lettieri verpflichtet, dessen Aufgabe es war, aus den wenigen finanziellen Möglichkeiten eine komplett neue Mannschaft zu bilden, welche schließlich zu einem großen Teil aus Führungsspielern seines ehemaligen Clubs SpVgg Bayreuth bestand, dem aus Finanzgründen die Lizenz für die Regionalliga verweigert wurde. Nach der Vorgabe, oben mitzuspielen, wurde Lettieri nach nur zehn Spieltagen beurlaubt, da der Sportverein mit 9 von 30 möglichen Punkten auf einen Abstiegsplatz stand. Seine Nachfolge trat am 6. Oktober 2006 Gerhard Kleppinger an. Doch auch unter dem neuen Trainer besserte sich die Lage nicht. Am letzten Spieltag besiegelten die Amateure des FC Bayern München durch einen 2:0-Sieg gegen die Lilien den erneuten Abstieg in die Viertklassigkeit.

Seit 2007: Neuanfang und Rückkehr in den Profifußball

Nach dem Abstieg in die Oberliga wurde ein neues Präsidium gewählt und der Spielerkader erfuhr einen kompletten Umbruch. Das Ziel sofortiger Wiederaufstieg wurde am 18. April 2008 nach 14 ungeschlagenen Spielen in Folge realisiert, zudem gelang der Gewinn des Hessenpokals (2:0 im Finale gegen Viktoria Aschaffenburg). Am 5. März 2008 gab das Präsidium bekannt, wegen „finanzieller Belastungen“ in Millionenhöhe ein Insolvenzverfahren einleiten zu müssen. Die Verbindlichkeiten setzten sich aus nicht abgeführter Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen zusammen. Unter Führung von Präsident Kessler stemmten sich Fans und Umfeld gegen eine mögliche Insolvenz des Vereins. Durch die zahlreichen Aktionen, Spenden und Hilfe der Freunde und Fans des SV Darmstadt 98 wurde erfolgreich die Lizenz für die Regionalliga-Saison 2008/09 beantragt und im Juni 2009 konnte der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Darmstadt zurückgezogen werden.

In der viertklassigen Regionalliga waren die Lilien in den Saisons 2008/09 und 2009/10 unter den Trainern Gerhard Kleppinger und Živojin Juškić lediglich im Abstiegskampf vertreten, erst unter Kosta Runjaic stellte sich andauernder Erfolg ein. So schafften die 98er bereits 2010/11 durch eine Serie von neun Siegen an den letzten neun Spieltagen relativ überraschend den Aufstieg in die 3. Liga. Das entscheidende 4:0 am letzten Spieltag gegen den FC Memmingen verfolgten 17.000 Zuschauer.